Vorhaltekosten

Ein durch einen nicht verschuldeten Verkehrsunfall Geschädigter, der einen eigenen Fuhrpark oder Ersatzfahrzeuge besitzt, kann für die Zeit des Ausfalls seines gewerblich genutzten Fahrzeugs anstelle von Nutzungsausfall oder Mietwagenkosten lediglich die Erstattung sogenannter Vorhaltekosten verlangen. Vorhaltekosten sind die anteiligen Fixkosten für das unfallbedingt ausgefallene Fahrzeug.
Verfügt der Geschädigte über keinen Ersatz für sein gewerblich genutztes Fahrzeug, so bemisst sich der Ausfallschaden nach dem konkret entgangenen Gewinn des Geschädigten oder alternativ hierzu nach den Kosten für ein tatsächlich in Anspruch genommenes Mietfahrzeug. Anders als bei privat genutzten Fahrzeugen hat man beim Ausfall eines gewerblich genutzten Fahrzeugs keinen Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung.

Beispiel 1:
Ein neuwertiger Pkw, Toyota Corolla Verso 1,9, der Autovermietung C wird durch einen vom Fahrer nicht verschuldeten Verkehrsunfall beschädigt.
Der Wagen muss für sieben Tage zur Reparatur in die Werkstatt. Die Firma C kann für die unfallbedingten Reparaturzeitraum/ Ausfallzeitraum ihres Fahrzeuges grundsätzlich nur die Vorhaltekosten erstattet verlangen.

Beispiel 2:
Der Taxiunternehmer Herr B erleidet mit seinem Taxi einen unverschuldeten Unfall. Er muss das Fahrzeug für 10 Tage in die Werkstatt bringen. Herrn B steht es frei, ob er sich den in dieser Zeit entgangenen Verdienst auszahlen lässt oder ob er zum Ersatz ein Miettaxi in Anspruch nimmt und die Miete vom Unfallverursacher zurückverlangt.

Hinweis:
Die Höhe der Vorhaltekosten wird in der Praxis nach der jeweils aktuellen Vorhaltekostentabelle der Eurotax Schwacke GmbH ermittelt. Die fälligen Beträge sind nach Fahrzeugtyp und Ausfalltagen darin aufgeschlüsselt.

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