Vermehrte Bedürfnisse

Ein durch einen nicht verschuldeten Verkehrsunfall Geschädigter hat Anspruch darauf, dass ihm alle Ausgaben und Aufwendungen für die Befriedigung besonderer Bedürfnisse, die im Zusammenhang mit dem Unfall entstanden oder in Zukunft zu erwarten sind, vom Unfallverursacher erstattet werden.
Unfallbedingt vermehrte Bedürfnisse sind beispielsweise Ausgaben für besondere Kleidung, orthopädisches Schuhwerk, Hygieneartikel sowie Pflegeartikel, Prothesen, Umbaukosten für einen behindertengerechten PKW, Umbaukosten für eine behinder-tengerechte Wohnung, Kosten für häusliche Pflege oder für einen notwendigen Pflegeheim-Aufenthalt.

Beispiel 1:
Herr B wurde unverschuldet bei einem Unfall verletzt und ist nun an beiden Beinen gelähmt. Nach der stationären Heilbehandlung lässt Herr A seinen PKW und sein Eigenheim behindertengerecht umbauen .
Die Kosten dafür sind Herrn A als unfallbedingt vermehrte Bedürfnisse grundsätzlich in vollem Umfang zu erstatten.

Beispiel 2:
Herr B hat kurz vor seinem Unfall mit dem Bau eines Eigenheims begonnen. Als ausgebildeter Maurer und Tischler beabsichtigte Herr B einen Großteil der Arbeit selbst zu erbringen. Dies ist ihm nach dem Unfall nicht mehr möglich. Darum muss ihm der Schädiger nun die Lohnkosten ersetzen, die Herrn B durch den Einsatz zusätzlicher Arbeitskräfte entstehen.

Hinweis 1:
Man sollte sämtliche Belege über unfallbedingte Aufwendungen sorgfältig aufbewahren und sie in Kopie seinem Rechtsanwalt übergeben. So kann dieser für eine umfassende Erstattung sorgen.

Hinweis 2:
Auch wenn die Lebensversicherung des Unfallopfers wegen seiner Verletzungen die Prämie erhöht, ist ihm diese Mehrausgabe vom Schädiger zu ersetzen.

Siehe auch:
Auslagenpauschale, Heilbehandlungskosten, Besuchskosten, Sonderaufwendungen, Rückstufungsschaden

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