Sonderaufwendungen / Besondere Aufwendungen / Vermehrte Bedürfnisse

Der durch einen von ihm nicht verschuldeten Verkehrsunfall Geschädigte hat grundsätzlich Anspruch auf die Erstattung sämtlicher ihm durch den Unfall entstandenen Aufwendungen, Ausgaben und Auslagen.
Hierzu zählen etwa die Kosten für Porto und Telefonate, Atteste, Parkgebühren, Reisen und Fahrten, Übernachtungen, Inserate, den Einsatz eines Detektivs, amtliche Auskünfte etc.
All solche Kosten müssen dem Geschädigten gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 BGB grundsätzlich unbegrenzt erstattet werden. Notwendig ist lediglich ihr Nachweis, z.B. durch die Vorlage von Rechnungen und Quittungen.

Beispiel 1:
Frau A wurde bei einem Verkehrsunfall verletzt, sodass sie Krankengymnastik benötigt.
Zu den 20 Behandlungsterminen lässt sich Frau A mangels eines eigenen Fahrzeugs mit einem Taxi chauffieren. Für diese Fahrten entstehen Taxikosten in Höhe von insgesamt 546 Euro. Die Taxikosten sind Frau A voll vom Schädiger zu ersetzen.

Beispiel 2:
Würde Frau A in ihrem eigenen PKW zu den Behandlungsterminen fahren, wären ihr die Fahrtkosten ebenfalls zu ersetzen. Sie könnte dann einen Betrag in Höhe von 33 Cent für jeden zurückgelegten Kilometer verlangen.

Hinweis:
Es ist wichtig, sämtliche Belege über Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Unfall stehen, sorgfältig aufzubewahren.

Siehe auch:
Auslagenpauschale, Heilbehandlungskosten

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