Kosten für Reparaturbestätigung / Reparaturnachweis / Nachgutachten

Hat ein Geschädigter sein Fahrzeug nicht durch eine Werkstatt reparieren lassen, sondern nach fiktiver Abrechnung den Schaden selbst beseitigt, so gibt es keine Rechnung als Nachweis einer Reparatur. Auch ein datiertes Foto des reparierten Autos ist als Beleg ungeeignet, da es keine Rückschlüsse auf den Umfang und die Qualität der durchgeführten Maßnahmen erlaubt. Um die Selbstreparatur nachzuweisen, muss der Geschädigte eine sachverständige Reparaturbestätigung, welche die vollständige, sachgerechte und fachgerechte Durchführung einer Reparatur seines Fahrzeugs bescheinigt, in Auftrag geben. Die Kosten hierfür kann er sich vom Schädiger ersetzen lassen.

Beispiel:
Herr A hatte einen unverschuldeten Verkehrsunfall, bei dem sein neuwertiger PKW erheblich beschädigt wurde. Nach dem zur Bezifferung des Fahrzeugschadens erstellten Schadengutachten handelt es sich um einen Reparaturschaden.
Herr A rechnet zunächst fiktiv nach Gutachten ab und setzt das Fahrzeug anschließend eigenhändig instand. Dazu braucht er sechs Tage, was der voraussichtlichen Reparaturdauer entspricht, die im Schadensgutachten ermittelt wurde.
Nach erfolgter Reparatur stellt Herr A sein Fahrzeug erneut beim sachverständigen Schadengutachter vor. Die Gebühren für diese Nachbesichtigung macht er zusammen mit einer Abfindung für den Nutzungsausfall gegenüber der Kraft-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers geltend. Beide Positionen sind Herrn A zu erstatten. Sollte die Versicherung die Zahlung verweigern, so ist Herrn A dringend anzuraten, sein Recht auf dem Wege der Klage durchzusetzen.

Hinweis:
Selbst renommierte Versicherungen verweigern in der Praxis regelmäßig die Erstattung der Nachbesichtigungskosten. Die Begründungen hierfür sind ebenso zahlreich wie haltlos.
Geschädigte sollten sich solche rechtswidrigen Kürzungen nicht gefallen lassen und ihre Ansprüche mit Hilfe eines Rechtsanwalts durchsetzen.

Siehe auch:
Gutachterkosten, Sonderaufwendungen

< zurück <