Heilbehandlungskosten

Der durch einen unverschuldeten Verkehrsunfall Geschädigte hat einen Anspruch darauf, dass der Schädiger ihm alle medizinisch notwendigen Kosten, die infolge eines erlittenen Personenschadens entstanden sind, insbesondere für die ambulante bzw. stationäre Behandlung und Rehabilitationsmaßnahmen, erstattet. Die medizinische Notwendigkeit ist bei ärztlichen Verordnungen in der Regel zu unterstellen. Auch die erforderlichen Krankentransportkosten müssen erstattet werden.
Wurden die Heilbehandlungskosten oder Rehabilitationskosten des Geschädigten von einem Versicherungsträger, z.B. der Krankenkasse oder der Rentenversicherung des Geschädigten getragen, so geht der Erstattungsanspruch von Gesetzes wegen von ihm auf den jeweiligen Versicherungsträger über. Der Geschädigte selbst kann gegenüber dem Unfallverursacher nur die Ausgaben geltend machen, die er selbst getragen hat.

Beispiel:
Herr A wurde unverschuldet bei einem Unfall verletzt. Infolge seiner unfallbedingten Verletzungen muss sich Herr A mehreren Operationen unterziehen. Herrn A wird insgesamt 30 Tage stationär behandelt. Die sich anschließende ambulante Behandlung dauert sechs Monate. Herr A ist auf entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente angewiesen und bekommt sechs Einheiten von je fünf Behandlungen durch einen Physiotherapeuten verschrieben.
Die gesamten Behandlungskosten belaufen sich auf über 20.000 Euro und werden von der Krankenkasse des gesetzlich krankenversicherten Herrn A getragen. Er ist nicht von der Zuzahlung zu den Behandlungskosten befreit. Sein Eigenanteil an den Heilbehandlungskosten enthält die folgenden Positionen:

Eigenanteil Krankengymnastik 6 x € 10,00 = €   60,00
Eigenanteil Rezeptgebühren (Medikamente ambulant) z.B. €   89,00
Eigenanteil Krankenhauskosten (maximal 28 Tage jährlich) 28 x € 10,00 = € 280,00
Eigenanteil insgesamt: € 429,00


Diesen Betrag kann sich Herr A voll und ganz vom Unfallverursacher erstatten lassen. Was den großen Rest der Heilbehandlungskosten angeht, wird sich die Krankenkasse von Herrn A bei der Kraft-Haftpflichtversicherung des Schuldigen schadlos halten.

Hinweis:
Die unfallbedingten Heilbehandlungskosten bedürfen stets eines Nachweises, etwa in Form von Rechnungen, d. h. sie können nicht fiktiv abgerechnet werden.

Siehe auch:
Vermehrte Bedürfnisse, Sonderaufwendungen, Schmerzensgeld, Besuchskosten

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