Haushaltsführungsschaden

Ist ein Unfallgeschädigter aufgrund der erlittenen Verletzungen ganz oder teilweise nicht mehr in der Lage, seinen Haushalt zu führen bzw. einen gemeinsamen Haushalt mitzuführen, so steht ihm dafür eine Entschädigung vom Unfallverursacher zu.
Der Haushaltsführungsschaden ist spiegelbildlich zum Erwerbsschaden zu betrachten, ein Anspruch besteht unabhängig vom Geschlecht und auch für alleinstehende Personen.
Bei seiner Bemessung kommt es auf den Umfang der Arbeitsleistung im Haushalt an, die vor dem Unfall erbracht wurde. Im Einzelnen ist er abhängig vom Umfang der erlittenen Einschränkung, der Größe des zu führenden Haushalts und der Anzahl der zu versorgenden Personen.
Die der Schadensbemessung zugrunde liegende Arbeitszeit wird in aller Regel nach Entgelttabellen bestimmt, die den Zeitaufwand für bestimmte Arbeiten festlegen. Arbeiten die nicht mehr oder nur unter erschwerten Bedingungen ausgeführt werden können, müssen geldwert ausgeglichen werden. Der nach den Tabellen ermittelte Zeitaufwand wird auf der Grundlage des BAT (Bundesangestelltentarif) in einen Entschädigungsbetrag umgewandelt. Der Anspruch steht dem Verletzten fiktiv zu, d. h., unabhängig davon, ob er nach dem Unfall de facto zusätzliches Geld ausgibt, etwa um eine Ersatzkraft zu bezahlen.

Siehe auch:
Erwerbsschaden, Sonderaufwendungen, Vermehrte Bedürfnisse

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