Entgangener Urlaub

Für infolge eines Verkehrsunfalls entgangenen Urlaub hat der Geschädigte grundsätzlich keinen eigenständigen Anspruch auf Schadensersatz. Der erlittene Verlust kann sich jedoch auf die Höhe eines wegen Personenschadens zuzuerkennenden Schmerzensgeldes auswirken.

Wenn man jedoch wegen der Folgen eines Unfalls nicht in der Lage ist, eine gebuchte Urlaubsreise anzutreten bzw. Kosten für eine Umbuchung oder Stornierung der Reise entstehen, so kann man hierfür vollen Ersatz vom Unfallverursacher verlangen.

Beispiel:
Herr A, ein leidenschaftlicher Taucher, wird bei einem Unfall so schwer verletzt, dass fortan seine Lungenfunktion eingeschränkt ist und ihm seine Ärzte davon abraten, weiterhin seinem Hobby nachzugehen.
Kurz vor dem Unfall hatte Herr A eine mehrwöchige Tauchrundreise ans Rote Meer gebucht, für die er mehrere Jahre gespart hatte, die er aber nun stornieren muss. Hierfür berechnet ihm der Reiseveranstalter eine Gebühr in Höhe von 500 Euro.
Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes an Herrn A können - neben dem unmittelbaren Leiden an seinen Verletzungen - auch die Tatsache, dass er in Zukunft sein Hobby nicht mehr ausüben darf, sowie der entgangene Urlaub Berücksichtigung finden. Auch die Stornogebühren sind Herrn A vom Unfallverursacher voll zu erstatten.

Hinweis:
Die Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich unfallbedingter Verletzungsfolgen obliegt dem Geschädigten. Er sollte bei der Schmerzensgeldbezifferung sich so umfassend und detailliert wie möglich zu den Unfallfolgen äußern und einen im Verkehrsrecht erfahrenen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragen.

Siehe auch:
Schmerzensgeld, Sonderaufwendungen

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