Besuchskosten

Ist der durch einen unverschuldeten Unfall Geschädigte verletzt, so hat er gegen den Schädiger einen Anspruch auf die Erstattung der Kosten für Krankenbesuche naher Angehöriger (vor allem Reisekosten), soweit die Besuche als medizinisch notwendig anzusehen waren.
Für Besuche von Eltern bei ihren verletzten Kindern wird dies wohl immer Gültigkeit haben. Bei Erwachsenen ergibt sich die medizinische Notwendigkeit nur ausnahmsweise.

Beispiel:
Das Kind A wurde bei einem Verkehrsunfall vom Unfallverursacher, Herrn B, schwer verletzt und befindet sich über mehrere Monate in stationärer medizinischer Behandlung in einem Hamburger Krankenhaus. Die Mutter von A, die weit außerhalb wohnt - sie hat in ihrem Haushalt noch drei weitere Kinder zu versorgen -, reist auf Anraten der behandelnden Ärzte täglich mit der Eisenbahn nach Hamburg um ihr verletztes Kind zu besuchen. Die Reisekosten der Mutter (Bahnfahrkarten etc.), die weder PKW noch Führerschein besitzt, sind dieser von Herrn B zu erstatten.

Hinweis:
Auch hinsichtlich der Besuchskosten hat der Geschädigte eine Schadenminderungspflicht. Das heißt: In dem obigen Beispiel hat die Mutter von A unter mehreren ihr zumutbaren und möglichen Arten der Anreise die günstigste Variante zu wählen. Die Möglichkeiten bemessen sich dabei nach ihren individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten.

Siehe auch:
Auslagenpauschale, Sonderaufwendungen, Vermehrte Bedürfnisse

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