Bestattungskosten

Wird eine Person infolge eines von ihr nicht verschuldeten Verkehrsunfalls getötet, so hat der Unfallverursacher den Erben die von diesen tatsächlich aufgewendeten Kosten für eine angemessene, standesgemäße Beisetzung einschließlich der Trauerfeier zu erstatten. Nach dem geltenden Schadenrecht müssen diejenigen Ausgaben ersetzt werden, welche die Erben auch bei einem nicht unfallbedingten Tod gehabt hätten.

Zu den Ausgaben für eine angemessene Beisetzung gehören im Einzelnen die Kosten für einen Sarg bzw. bei einer Feuerbestattung für die Urne, für eine Grabstelle nebst Erstbepflanzung, für die Trauerkleidung und die Anreise der Erben, für die Versendung von Trauerkarten, für Traueranzeigen in Zeitungen. Ebenso müssen die Aufwendungen für eine Rückführung der sterblichen Überreste eines ausländischen Staatsangehörigen in seine Heimat ersetzt werden.

Wenn die Erben aufgrund des kulturellen Hintergrunds des Getöteten und daraus sich ergebender religiöser oder weltanschaulicher Gepflogenheiten einen Mehraufwand bei Bestattung und Trauerfeier - z.B. für Opferrituale oder Almosengaben - haben, so ist auch dieser vom Schädiger zu tragen.

Beispiel:
Der 35-jährige Herr A, ein Computerfachmann, der vor wenigen Jahren mit seiner Familie aus der Bundesrepublik Indien nach Deutschland gekommen ist, wird Opfer eines Verkehrsunfalls. Seine Erben sind die Ehefrau B und die beiden Kinder des Paares, C und D. Frau B veranlasst die Überführung des Leichnams ihres Ehegatten in beider Heimatprovinz, wo er im Beisein der Familie nach dem Ritus einer örtlichen Religionsgemeinschaft bestattet wird. Entsprechend einer alten Tradition werden Geschenke an die Trauergäste und Almosen unter den Armen des Ortes verteilt.

Alle den Erben für eine solche Bestattung entstandenen notwendigen Kosten sind vom Schädiger grundsätzlich zu erstatten. Dies gilt auch für die Überführung des Herrn A nach Indien sowie die Kosten für die Reise, die die Erben unternehmen mussten, um die Bestattung vorzubereiten und durchzuführen. Ebenso muss der Schädiger die nach religiöser Vorschrift verteilten Gastgeschenke und Almosen ersetzen, soweit die Erben ihm ihre Ausgaben belegen können.

Hinweis:
Ein Spezialist in Verkehrsrecht wird Angehörigen eines Unfallopfers konkret sagen können, was ihnen im konkreten Einzelfall zusteht.

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