Auslagenpauschale / Kostenpauschale

Der durch einen nicht verschuldeten Verkehrsunfall Geschädigte hat gegen den Schädiger Anspruch auf Erstattung aller ihm in der Folge entstandenen notwendigen Auslagen. Hierzu zählen Portokosten, Telefonkosten, Parkgebühren, Taxikosten (wie überhaupt alle erforderlichen Reisekosten), Hotelkosten, Inseratskosten, Gebühren für amtliche Auskünfte usw.

Gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) werden alle belegbar notwendigen Kosten des Geschädigten unabhängig von ihrer Höhe erstattet.

Ohne jeden Beleg kann der Geschädigte aber auf jeden Fall eine Auslagenpauschale geltend machen.

Beispiel 1:
Frau A hatte einen von ihr nicht verschuldeten Verkehrsunfall in Hamburg, bei dem sie verletzt wurde. Frau A beauftragt einen Verkehrsanwalt mit der Regulierung ihres Schadens. Zu einem notwendigen Besprechungstermin in dessen Praxis fährt sie mit dem Taxi. Das kostet 46,58 Euro. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist Frau A wegen ihrer Verletzungen unzumutbar.

Frau A hat gegenüber dem Unfallverursacher Anspruch auf Zahlung der Taxikosten sowie einer Auslagenpauschale, die in Hamburg 20 Euro beträgt. Sie bekommt also insgesamt 66,58 Euro für ihre unfallbedingten Auslagen. Die Auslagenpauschale ist eine Art Sockelbetrag für unfallbedingte Auslagen der Geschädigten.

Sollten Frau A wegen des Unfalls weitere notwendige Kosten entstanden sein, sind ihr auch diese gegen Nachweis, z.B. die Vorlage von Rechnungen zusätzlich zur Auslagenpauschale zu erstatten.

Beispiel 2:
Herr A hatte einen nicht von ihm verschuldeten Verkehrsunfall in Hamburg. Herr A beauftragt einen Rechtsanwalt über Internet mit der Regulierung seines Schadens. Unabhängig davon, ob und in welchem Umfang ihm im Zusammenhang mit dem Unfall Kosten entstanden sind, kann Herr A von der gegnerischen Versicherung die Zahlung der Auslagenpauschale von 20 Euro verlangen. Dieser Anspruch besteht grundsätzlich immer - auch wenn kein Anwalt eingeschaltet wurde.

Hinweis:
Die Auslagenpauschale ist in den verschiedenen Oberlandesbezirken unterschiedlich hoch. Die Hamburger Gerichte gewähren derzeit eine Auslagenpauschale in Höhe von 20 Euro.

Siehe auch:
Sonderaufwendungen, Vermehrte Bedürfnisse

< zurück <